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Hygienemaßnahmen im Umgang mit Corona

Eine Zusammenstellung von wichtigen Hinweisen für Hygienemaßnahmen und weitere ergänzende Hinweise für verschiedene Handwerke und Tätigkeitsbereiche

Arbeitsschutzstandards

Wichtige Informationen bezüglich der Arbeitsschutzstandards liefert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in diesem Dokument.

Informationen für Arbeitgeber zum Arbeitsschutzstandard in Zeiten von Corona liefert das Land Hessen über folgenden Link.



Hygienemaßnahmen Verkaufstheken

Der Landesgewerbearzt, als Fachabteilung des Hessischen Sozialministeriums, hat am 6. April 2020 gesetzlich zwingende Schutzmaßnahmen auf Grundlage der Paragraphen 3-5 Arbeitsschutzgesetz für den Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, an Verkaufstheken wie diese bei Bäckern, Fleischern und Konditoren üblich sind, veröffentlicht.



Handhygiene

Der Arbeitgeber hat mindestens eine der folgenden Maßnahmen zu veranlassen:

  1. regelmäßige, etwa stündliche Desinfektion der Hände mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel. Am Ende der Arbeitsschicht bzw. vor einer Pause sind die Hände für die Dauer von etwa 20 Sekunden zu waschen oder
  2. regelmäßiges, etwa stündliches Hände waschen für die Dauer von etwa 20 Sekunden oder
  3. das Tragen von Einweghandschuhen aus Nitril, die vor der Pause und nach der Arbeitsschicht entsorgt werden. Am Ende der Arbeitsschicht bzw. vor einer Pause sind die Hände für die Dauer von etwa 20 Sekunden zu waschen.

 Aus arbeitsmedizinischer Sicht, ist der Händedesinfektion nach Ziffer 1 der Vorzug zu geben.



Oberflächenhygiene

Die Waage, Tastaturen sowie andere Oberflächen etc. sind mit einem handelsüblichen Mittel für die Oberflächendesinfektion abzuwischen, ansonsten mit warmen Wasser und einem handelsüblichen Reinigungsmittel.

 

Abtrennung zur Verhinderung der Tröpfchenübertragung an Verkaufstheken

Im Bereich von Verkaufstheken (z.B. von Backwaren, Fleischprodukten) ist die gesamte Verkaufstheke abzutrennen. Die Abtrennung muss Öffnungen zum Bezahlen bzw. zum Bedienen des EC-Kartegeräts, ggf. auch zur Warenherausgabe, aufweisen. Die beiden Seiten der Abtrennung sind täglich mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel zu behandeln. Nicht geeignet sind Kunststofffolien (z.B. Malerfolien) zur Abtrennung, weil sie nicht gereinigt werden können. Malerfolie ist nur als Zwischenlösung bis zur Beschaffung der o.g. Trennwände geeignet.



Ausführlichere Informationen finden Sie hier.



Weitere Hinweise für Handwerksberufe

Baustellen:

Spezielle Informationen zum Verhalten auf Baustellen entnehmen Sie bitte dem Informationsblatt des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.

 

Schornsteinfeger:

Nach Auskunft des Hessischen Wirtschaftsministeriums sind Bezirksschornsteinfeger grundsätzlich verpflichtet, die rechtlich vorgeschriebenen Arbeiten an Feuerungsanlagen weiterhin auszuführen. Empfohlen wird jedoch, dass Bezirksschornsteinfeger mit den zuständigen Behörden und den betroffenen Eigentümern Absprachen im Einzelfall treffen, die der Betriebssicherheit genügen und zugleich für die Bürger akzeptabel sind (zum Beispiel Terminverschiebungen).

 

Allgemeine Informationen

Weitere Hinweise zum Arbeitsschutz für Arbeitgeber finden Sie hier.

Infos der DGUV für Handwerker im Kundendienst finden Sie hier.

Interessante Informationen vom BIV zum Thema Klimageräte erhalten Sie hier.

Informationen verschiedener Berufsgenossenschaften finden Sie hier.

Maßnahmen im Rahmen des Mutterschutzgesetzes

In der aktuellen Situation der wachsenden Pandemie dürfen schwangere Frauen Tätigkeiten mit direktem Publikumsverkehr an Verkaufstheken nicht mehr ausüben.



Arbeitsschutzstandard der BGW für Friseure

Den aktuellen Arbeitsschutzstandard der BGW sowie viele ergänzenden Erläuterungen und Klarstellungen finden Sie auf der Sammelseite der BGW zu Corona im Friseurhandwerk.
Bitte beachten Sie die Antworten auf häufige Fragen im unteren Bereich der Seite, hier werden die aktuellsten Änderungen dargestellt.

Ergänzend dazu konnten weitere Fragen und Antworten zu den Anforderungen des BGW Arbeitsschutz Standard geklärt werden:



Wie kann eine Abklärung von „Verdachtsfällen auf Erkrankung bei Kunden“ erfolgen (Abschnitt I)? Muss z.B. bei jedem Kunden Fieber gemessen werden?
  • Die Abklärung basiert auf augenscheinlich deutlich erkennbaren Symptomen einer Erkrankung und ggfls. Nachfragen beim Kunden. Fieber muss nicht gemessen werden.

 

Was ist mit dem „Infektions-Notfallplan“ gemeint und wie muss dieser aussehen (Abschnitt I)?
  • Der Begriff stammt z.B. aus Kliniken. Es muss nicht zwingend ein neues Dokument hierfür erstellt werden. Für das Friseurhandwerk ist es ausreichend, den im Betrieb vorhandenen Hygieneplan, um die neuen Hygiene-Maßnahmen in einem weiteren Abschnitt zu erweitern.

 

Der Arbeitsschutzstandard der BGW beschreibt „Betriebsärztliche Beratung und sicherheitstechnische Betreuung durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist nötig …“. (Abschnitt II). An wen wenden sich die Betriebe, die sich für das Unternehmermodel entschieden haben?
  • Diese Betriebe können sich an die Hotline der BGW wenden oder an einen Arbeitsmediziner.

 

Wartebereiche sollten geschlossen werden (Abschnitt II, Kapitel 8). Können trotzdem Flächen im Salon markiert werden als „Ausweichfläche“, falls es doch zu Überschneidungen bei Terminen kommt durch unvorhergesehene Verzögerungen (um ein Warten vor der Salontür zu vermeiden)?
  •  Nein, hiermit sind Wartebereiche in jeder Form gemeint.
 
Welche Anforderungen soll der Schutzschild für den Kassenbereich erfüllen (Abschnitt II, Kapitel 1)?
  • Die Größe soll so gestaltet sein, dass die Person hinter der Kasse (Mitarbeiter) abgedeckt ist, in der Körperhaltung (sitzen oder stehen), in der die Kassenbedienung erfolgt und so, dass dabei auch die Körpergröße berücksichtigt ist. Das Material muss dafür geeignet sein, dass eine wirksame Flächendesinfektion möglich ist, jede Form von „Plexiglas“ (durchsichtiger Kunststoff) oder dicke durchsichtige Folien werden befürwortet, eine Holzplatte hingegen hat keine hinreichend glatte Oberfläche für eine wirkungsvolle Flächendesinfektion.

 

Vor einem Hausbesuch ist zu prüfen und sicherzustellen, ob die Einhaltung der Maßnahmen auch im privaten Umfeld der Kunden möglich ist (Abschnitt II, Kapitel 4). Wie kann diese Überprüfung erfolgen?
  • Eine telefonische Abklärung der Situation und der Möglichkeiten, die Schutzmaßnahmen sicher durchzuführen, ist möglich. Zu Beginn des Termins ist dann zuerst zu überprüfen, ob die telefonischen Angaben stimmen und die Maßnahmen möglich sind. Wenn nicht, muss der Termin abgebrochen werden.

 

Das Händedesinfektionsmittel muss mindestens „begrenzt“ viruzid sein (Abschnitt II, Kapitel 5). Wie erkennt man ob ein Desinfektionsmittel diese Anforderung erfüllt?
  • Die Angabe "begrenzt viruzid" muss auf dem Produkt angegeben sein, ebenfalls zulässig ist "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid".

  

Viele Betriebe waschen kleinen Kindern nicht die Haare (im normalen Betriebsalltag), da die Kinder zu klein sind für die normalen Waschbecken und eine Haarwäsche nicht möglich ist. Darf bei Kindern daher trotzdem, auch ohne ein vorheriges Haarwaschen,  geschnitten werden?
  • Nein. Die Arbeitsschutzstandards legen fest, dass bei jedem Kunden, jeder Kundin die Haare gewaschen werden müssen. Für Kinder gilt derselbe Grundsatz. Eine Bedienung ist grundsätzlich nur mit gewaschenen Haaren möglich. Auch wenn dies bedeutet, dass Kinder dann nicht bedient werden können.


Spezifische Informationen für verschiedene Handwerke